Die Bilanzierbarkeit von Intellectual Property

Die Bilanzierbarkeit von selbst geschaffenen Intellectual Property

Gekauftes vs. selbstgeschaffenes IP

Die Intellectual Property (IP) nehmen einen großen Bereich des immateriellen Vermögens ein. Seit geraumer Zeit ist es möglich, diese Vermögenswerte einheitlich bilanzmäßig zu aktivieren. Während das bei Vermögenswerten, die von Dritten erworben wurden, kein Problem ist, unterliegen selbst geschaffenes IP besonderen bilanzrechtlichen Vorschriften. Ein Grund der unterschiedlichen Regelung hierfür ist, dass die Bewertung selbst geschaffenen IP’s möglicherweise stark subjektiv vorgenommen werden kann. Allerdings besteht nach den derzeitigen Regelungen für das selbstgeschaffene IP keine Aktivierungspflicht, sondern der Inhaber hat ein Wahlrecht, ob er es wirklich aktivieren möchte.

Aber warum sollte er das tun?

Für eine Aktivierung des IP’s im Rahmen der Bilanzierung gibt es natürlich vielfältige Gründe. Einer dieser Gründe kann sein, dass damit in einem bestimmten Jahr das Ergebnis des Eigenkapitals positiv beeinflusst wird und damit die Kreditwürdigkeit erhöht werden kann. In einem Folgejahr, in dem weitere Investitionen getätigt werden sollen, kann sich das lohnen. Zudem wird damit auch möglicherweise das Ergebnis vor Steuern gesenkt. In beiden Fällen darf man aber nicht vergessen, dass dann in den Folgejahren auch eine Abschreibung der Position erfolgt.

Wie geht es nun von statten?

Nach § 248 Abs. 2 HGB besteht also eine Aktivierungsmöglichkeit für selbstgeschaffene IP.

Dabei darf die Aktivierung aber nicht erst dann erfolgen, wenn diese vorliegt, sondern es kann schon im Entstehungsprozess aktiviert werden. Allerdings sollen von Gesetzes wegen aber Investitionen ausgeschlossen sein, die der Entwicklung vorgelagert sind. Das bedeutet, dass Kosten, die noch während der Forschungsphase anfallen sind, nach § 255 Abs. 2 Satz 4 HGB nicht aktiviert werden.

Diese Vorschrift setzt also voraus, dass eine Abgrenzung der Forschungsphase und der Entwicklungsphase vorgenommen wird.

Nach dem Wortlaut des Gesetzes gehört bereits die Anwendung von Forschungsergebnissen oder von anderem Wissen für die Neuentwicklung von Gütern oder Verfahren oder die Weiterentwicklung von Gütern oder Verfahren mittels wesentlicher Änderungen in die Entwicklungsphase.

Demgegenüber wären Maßnahmen der Forschungsphase zuzuordnen, die auf einer eigenständigen und planmäßigen Suche nach neuen wissenschaftlichen oder technischen Erkenntnissen oder Erfahrungen allgemeiner Art zuzurechnen sind.

Sind nach dieser erfolgten Abgrenzung die entstanden Kosten der Entwicklungsphase zuzuordnen, so können dann die sogenannten Herstellungskosten angesetzt werden, die wie sonst auch, über den entsprechenden Nutzungszeitraum abgeschrieben werden.


CC BY ND/ Bild von: Dennis Skley


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