Ist die Werbung mit fremden Testergebnissen zulässig?

Ist die Internet-Werbung mit fremden Testergebnissen zulässig

Die Werbung mit einem fremden Testergebnis ist dann irreführend, wenn mit der Werbung der Eindruck erweckt wird, dass das Testergebnis das werbende Unternehmen selbst betrifft. Wann das der Fall ist, ist eine Frage des Einzelfalls.


Hierzu muss man wissen, dass die Werbung mit Testergebnissen ein beliebtes Instrument ist, um den eigenen Absatz von Waren und Dienstleistungen zu fördern. Beispielsweise wird der Onlinehändler darum bemüht sein, Waren anzubieten, die von unabhängigen Testern als besonders gut bewertet worden sind. Dies hat seinen Grund darin, dass der Verbraucher aufgrund der Fülle von Herstellern dazu geneigt ist, Produkte zu kaufen, von denen er erwarten kann, dass diese nicht nur auf seine Bedürfnisse zugeschnitten sind, sondern auch in Tests gut abgeschnitten haben. Dabei ist bei der Angabe von Testergebnissen nach der Rechtsprechung darauf zu achten, dass dem Verbraucher die Fundstelle mitgeteilt wird, damit dieser sich eingehend mit dem Test auseinandersetzen kann. Aber auch sonst sollte man darauf achten, dass bei den Verbrauchern bei der Angabe von fremden Testergebnissen nicht der Eindruck erweckt wird, als beziehen sich diese auf die eigene Leistung des Anbieters.

Nachfolgend können Sie hierzu eine Entscheidung nachlesen, die sich mit dieser Thematik beschäftigt:

1. Das Oberlandesgericht Hamm hatte einen Fall zu entscheiden, bei dem die Beklagte als Energieversorgungsunternehmen auf ihrer Webseite ein sogenanntes Gaslexikon anbot, über das der Besucher der Seite zahlreiche Informationen über die verschiedenen Arten von Energie, wie Strom, Wasser und Gas, abrufen konnte. Dort wurden unter anderem Testergebnisse veröffentlicht, die sich auf ein Energieangebot eines anderen Unternehmers bezogen. Die Klägerin als Mitbewerberin sah hierin eine unzulässige Werbung, denn die Testergebnisse bezögen sich nicht auf die Beklagte selbst, sondern auf Leistungen von fremden Unternehmen. Insoweit werde der Verbraucher irregeführt.

2. Das OLG Hamm hat mit Urteil vom 08.12.2009 unter dem Aktenzeichen 4 U 129/09 hierzu entschieden, dass der Klägerin der in erster Instanz geltend gemachte Unterlassungsanspruch zusteht. In diesem Fall sei nämlich die Onlinewerbung mit fremden Testergebnissen irreführend und somit wettbewerbswidrig. Als Begründung wurde insoweit ins Feld geführt, dass die Beklagte durch die Tests den Eindruck erwecke, als beträfen die positiven Tests sie selbst. Dadurch würde der potentielle Kunde aber eine falsche Bewertung anstellen und seiner Entscheidung zugrunde legen. Insoweit interessieren den Kunden nicht die Testergebnisse von Drittfirmen, mit denen sie überhaupt nicht in Vertragsbeziehungen treten wollen. Sie interessieren sich vielmehr für die Einschätzung der Beklagten selbst als ihrem möglichen Vertragspartner. Darin sei also eine Irreführung zu sehen, die auch erheblich sei.

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