Wie Sie Ihre Marke in die Bedeutungslosigkeit führen

Wie Sie Ihre erfolgreich in die Bedeutungslosigkeit führen

I. Einleitung

Nie zuvor war es so einfach, eine Marke in die Bedeutungslosigkeit zu führen. Markeninhabern wie Markenverantwortlichen stehen heute neue technische Möglichkeiten zur Verfügung. Das Internet eröffnet hier ungeahnte Möglichkeiten und der Off- und Onlinebereich kann grenzüberschreitend miteinander kombiniert werden. Auch die Entwicklung neuer Software vereinfacht die früher notwendige Handarbeit. Zudem sind Hinweise und Anleitungen sofort im Internet abrufbar, wenn es mal an der einen oder anderen Stelle eng werden sollte. Nützliche Informationen im Überfluss.

Auch wenn es zunächst abwegig klingt, mit vereinten Kräften können alle Beteiligten erfolgreich an der Bedeutungslosigkeit der eigenen Marke arbeiten. Noch nie war es so einfach.

II. Und nun zu den Tipps, wie Sie es garantiert schaffen:

1.regelmäßiger Logowechsel

Wechseln Sie das Design Ihres Logos alle zwei Jahre. – Ich glaube derzeit sind Kreise total angesagt und würden sicherlich dem einen oder anderem Logo sehr gut zu Gesicht stehen. Mit der Zeit und dem Trend gehen findet doch jede Zielgruppe total taff.

2.keine Zielgruppe

Warum soll man sich eigentlich mit der Zielgruppe beschäftigen. Das ist doch reine Zeitverschwendung. Früher oder später wird eh jeder merken, dass unsere Produkte und Dienstleistungen qualitativ am besten sind. Und Qualität hat sich ja bekanntlich schon immer durchgesetzt.

3.Angebot erweitern

In der letzten Fachzeitung wurde die Frage aufgeworfen, ob sich die Konsumentenansprüche verändert haben. Kein Problem. Die Produkte einfach angepasst, mit der Marke gekennzeichnet und alles ist gut. Ob dieses Produkt dann überhaupt noch zu uns passt- egal.

4.Werbemittel irgendwo kaufen

Geld für qualitativ gute und hochwertige Werbemittel ausgeben war gestern. Das Internet bietet einen Fundus potentieller Zulieferer. Hier kann man auch gleich den Preis miteinander vergleichen. Und wenn der Zulieferer erst seit einem Monat auf dem Markt ist und man noch nichts von ihm weiß – was soll‘s, Hauptsache günstig.

5.keine Führung

Markenführung ist Chefsache. Von wegen. Der hat so viel um die Ohren, dass er sich auch nicht noch um dieses Thema kümmern kann. Auch das Management sollte mit so einer Kleinigkeit nicht behelligt werden. – Ich glaube der Praktikant von nebenan hat dafür noch Zeit.

6.unterschiedliche Kommunikation

Unterschiedliche Abteilungen in einem Unternehmen haben unterschiedliche Aufgaben und müssen daher unterschiedlich kommunizieren. Jede Abteilung hat ihren eigenen Kanal. Und jede Abteilung muss doch am besten wissen, wie man am wirkungsvollsten kommuniziert. Ein einheitliches Corporate Behavior ist da doch fehl am Platz.

7.Trendsetter sein

Wenn uns eine Agentur oder ein Berater auf einen neuen Trend aufmerksam macht, sollten wir das nicht lange hinterfragen. Stattdessen sollten wir keine Kosten und Mühen scheuen, auf den anfahrenden Zug aufzuspringen. Nur wer als erster dabei ist, kann wirklich auf sich aufmerksam machen. Und bevor es ein anderer ist.

8.keine Beständigkeit

Markenwerte? – Was ist das denn? Auf der Jagd nach Aufmerksamkeit und Interaktion kann man doch ruhig auf den einen oder anderen Markenwert verzichten. Follower und Likes im Internet sind doch viel wichtiger als eine gewisse Beständigkeit.

9.kein Controlling

Werbung und Marketing kosten schon so viel, da kann man doch nicht wirklich erwarten, dass man auch noch schaut, ob diese Maßnahmen überhaupt die anvisierte Wirkung entfalten. Controlling ist sowie so etwas nur für Mathematiker.

10.Jeder scheibt

Warum soll nicht auch jeder sich mal als Markenbotschafter fühlen? Jeder der will soll doch mal mit einem Beitrag für unser Unternehmen etwas beisteuern. Soll er doch schreiben was er will – Hauptsache wir haben Content produziert und man hat etwas voneinander gehört.

III. Fazit

Vermeiden Sie also in jedem Fall ein koordiniertes, planvolles und einheitliches Handeln, um bloß nicht in die Gefahr zu kommen, eine Marke erfolgreich zu führen. Nichts wäre schlimmer als ein nach außen und innen gerichtete stringentes Auftreten mit Wiedererkennungswert. Vergessen Sie strategische Planung und konstruktive Meetings, in denen nach Ideen und Ansätzen gesucht wird, um sich am Markt von anderen Mitbewerbern abzuheben und zu positionieren. Warten Sie lieber ab, bis dem einen oder anderen Konkurrenten das Geld ausgeht. Dann können dessen Kunden auf die verbleibenden Unternehmen aufgeteilt werden und das ganz ohne Aufwand.


Ich hoffe Sie haben die Ironie dieser Zeilen bemerkt. Auch wenn ich kein Unternehmen kenne, welches nach den vorstehenden 10 Punkten verfährt, wissen wir doch alle, das es in unserem Unternehmen und in den verschiedenen Bereichen Verbesserungspotential gibt. Allzu oft habe ich Mandanten, die zwar genau wissen, für was Sie eine Marke anmelden wollen, sich aber noch nicht umfassend damit auseinander gesetzt haben, welche Werte und damit welches Image das anzumeldende Zeichen überhaupt in den Köpfen der Zielgruppe verankern soll. Hier sollte man die notwendige Zeit investieren, um erforderliche Investitionen in das Marketing planvoll führen zu können. Nur wer vorher strategisch plant, hat nachher einen Vorteil bei der Umsetzung.


CC BY ND/ Bild von: Dennis Skley


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